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SmartCoping – ein innovativer Ansatz zur frühzeitigen Stresserkennung

Das von der KTI geförderte Projekt SmartCoping* entwickelt eine mobile, auf Smartphones und Sensoren basierende Lösung, die eine frühzeitige Erkennung von Stresssituationen erlaubt und somit zur Stressprävention beiträgt. Stress ist ein wichtiger Risikofaktor bei chronischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Tinnitus, Schlafstörungen, Depressionen und Burn-Out Syndrom bis zum Herzinfarkt. Der potentielle Anwenderkreis für die zu realisierende Lösung umfasst deshalb Millionen von unter Stress leidenden bzw. durch Stress gefährdete Menschen.

Die zu entwickelnde Smartphone-Applikation erfasst mittels Sensoren Vitalparameter wie Herzratenvariabilität und Hautleitfähigkeit sowie Standort und Bewegungsdaten, wertet sie aus und verknüpft sie miteinander. Für jede Person werden während einer initialen Trainingsphase aus den Datenströmen individuelle Stress anzeigende Muster gelernt. Dazu gibt der Benutzer bzw. die Benutzerin regelmässig Feedback zum subjektiv gefühlten Stress-Level. Eine Applikation im Hintergrund kann dann in den erfassten Datenströmen jene Muster identifizieren, die stark mit Stress-Situationen korrelieren und als Frühwarnindikatoren für das Vorliegen von Stress verwendet werden können.

Das Feedback der Benutzer kann auf dreierlei Weise erfolgen: 1) täglich zu vordefinierten Zeiten, 2) wenn der Benutzer das Gefühl hat, gestresst zu sein, und dies unmittelbar dem System rückmeldet, 3) wenn das System vermutet, der Benutzer habe Stress und ihn zu einem Feedback auffordert.

Das System passt  sich im Laufe der Benutzung zunehmend an den betreffenden Benutzer an und wird mit den generierten Stresswarnungen treffsicherer. Die Warnung erfolgt durch Vibration und/oder akustisch-visuellen Alarm; der Stress-Level wird grafisch visualisiert. Benutzer können Entspannungstechniken zur Stressreduktion anwenden, deren Effekt unmittelbar visualisiert wird. Das so resultierende Biofeedback hilft, die Selbstwahrnehmung zu verbessern.

Ferner können sich Benutzer sowie ein möglicherweise begleitender Coach Trendkurven und den Verlauf des Stress-Levels über die Zeit hinweg anzeigen lassen. Dadurch lässt sich leichter herausfinden, in welchen Situationen Stress besonders häufig auftritt und was die Ursachen sind.


 

Abbildung 1: Gesamtlösung

SmartCoping testet das Anwendungsszenario mit der Hochrisikogruppe der abstinenten Alkoholiker, für die Stress ein Hauptrisikofaktor für Rückfälle ist. Die für das Vorhaben erforderliche medizinisch-therapeutische Expertise bringt der Projektpartner Forel-Klinik ein. Mittels eines Feldtests soll die Wirksamkeit des vom Projekt verfolgten Ansatzes wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Das realisierte Biofeedback soll den Benutzern helfen, ein besseres Gespür für sich zu entwickeln, so dass sie – so die Projekthypothese – nach einiger Zeit die mobile Stresswarnung nicht mehr benötigen, sondern sich aufbauenden Stress selber rechtzeitig wahrnehmen können.



* Das dreijährige Projekt mit der KTI-Fördernummer 14049.2 PFES-ES startete im November 2012.